Probleme mit dem Essverhalten meines Kindes

 

Dein Kind isst nicht, oder zu viel, es isst “schlecht” im Sinne von “falschen” Nahrungsmitteln oder ist sehr wählerisch in der Auswahl des von ihm gewählten Essens?

Essen ist ein Thema, das viele Eltern Nerven kostet. Erwachsene wissen, welche Nahrungsmittel gut (für Kinder) sind und welche nicht. Was gesund ist, und was ungesund. Daher meinen wir oft, über unsere Kinder und ihr Essverhalten urteilen zu dürfen und darüber bestimmen zu können. Leider oft ausdrücklich und bestimmend. Für die gute Bindung nicht empfehlenswert.

 

Hab Vertrauen

Lass uns was probieren:

Ich möchte Dich heute dazu einladen, Deinem Kind zu vertrauen.

Vertraue, dass es weiß, was es in bestimmten Momenten braucht. Wenn wir unseren Kindern vorgeben, was und wieviel sie essen sollen, können sie kein eigenes Gefühl für ihre Präferenzen entwickeln, oder darauf hören, was ihr Körper gerade in diesem Augenblick benötigt.

Ich bringe an dieser Stelle gerne das Beispiel von unserem eigenen Essverhalten an. Denn weder ich noch Du essen jeden Tag gleich viel. Es gibt Zeiten, da isst Du viel und vielleicht auch ungesund, an anderen Tagen benötigt Dein Körper nur sehr wenig Nahrung und Du präferierst vielleicht Gesundes wie Obst und Gemüse.

Warum sollte das bei Kindern anders sein?!

 

Das kindliche Essverhalten

Das solltest Du wissen über das kindliche Essverhalten:

    • Kleine Kinder präferieren normalerweise kleinere Mahlzeiten, dafür öfter als größere Kinder
    • Kinder wählen am liebsten selbst aus, was sie essen möchten. Bereite eine kleine Auswahl an Nahrungsmitteln vor und lass Dein Kind wählen
    • Bei älteren Kindern: geht zusammen die Möglichkeiten durch. Auch Süßes wie Eis sollte in den Möglichkeiten enthalten sein
    • Wenn Kinder sagen, sie haben Hunger, dann brauchen sie sofort etwas. Sie können nicht warten
    • Manche Kinder mögen kein Essen, das mit anderem kombiniert ist, obwohl sie die Zutaten alleine ohne Probleme essen würden
    • Kinder sind eher bereit, Neues auszuprobieren, wenn ihr zusammen einkauft und zubereitet. Vielleicht habt ihr auch eine Möglichkeit Gemüse anzubauen, so dass Dein Kind hilft

Wenn wir unseren Kindern verbieten, bestimmte Lebensmittel zu essen – beispielsweise Süßes – werden sie erst recht Verlangen danach entwickeln. Das liegt in der Natur des Menschen, das er das haben möchte, was er nicht hat. Bei mir waren es als Jugendliche eine Zahnspange und eine Brille. 😛

 

Akzeptiere die Gefühle

Im Zusammenhang mit der Selbstregulierung Deines Kindes gibt es jedoch etwas zu beachten:

Es ist wichtig, dass Dein Kind seine Gefühle ausdrücken darf. Dass es weinen darf, wenn es sich weh getan hat, Angst hat, traurig ist. Und dass es wütend sein darf, wenn es Wut auf etwas oder jemanden verspürt. Denn gibst Du Deinem Kind nicht die Möglichkeit, sich durch Weinen und Wüten von seinem Stress zu entlasten, lernt es, dass seine Emotionen nicht toleriert werden, dass es diese unterdrücken muss. So wird es diese Gefühle unter Umständen im wahrsten Sinne des Wortes in sich hineinfressen, und diese durch Nahrung kompensieren. Der Beginn eines Teufelskreises.

 

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Behandlung, sollte diese notwendig sein, weil Dein Kind untergewichtig oder übergewichtig  ist. Probleme mit dem Essverhalten können unter Umständen auch auf Krankheiten hinweisen. Solltest Du Dir unsicher sein, konsultiere Deinen Kinderarzt.

Möchtest Du jedoch tiefer einsteigen in die Gefühle von Kindern im Zusammenhang mit ihrem Essverhalten, dann kann ich Dir bestimmt helfen.

Buchquelle: “Cooperative and Connected” von Dr. Aletha Solter – Affiliate Link